Inselzauber

Samstag, 26. Juli 2014

Jaa, ich lebe noch ....

.... !

Kirstin und ich kennen uns nicht persönlich. Als sie schrieb, dass sie gerade dabei ist Paroxetin abzusetzen musste ich schon ein wenig schmunzeln. Warum?
Genau zum gleichen Zeitpunkt hatte ich damit auch endlich aufgehört. Laaaangsam ausgeschlichen und auch bei mir, obwohl es nicht abhängig machen soll, waren die Absetzerscheinungen genauso hässlich. Dankbar war ich Kirstin so sehr, weil sie dem ganzen Driss Worte gegeben hat. Worte, die ich niemals hätte finden können. Worte, die ich aber meiner Familie vorgelegt habe, damit sie lesen konnten was in mir vorgeht.

Jetzt bin ich "clean". Die lange und gute Therapie mit EMDR bei meiner besten Therapeutin (ich nenne sie auch ein wenig meine gute Hexe) hat sicherlich den Weg geebnet nun ohne den Mist klar zu kommen.

Irgendwie kommt es mir vor, dass die Problemchen des Alltags gerade verstärkt prüfen wollen ob ich in der Lage bin mit ihnen umzugehen.
Schulintegration meines Sonnenschein-Sohns, Realschulabschluß meiner Ziege, ganz nebenbei meine eigenen Klausuren, Krümelsohn und sein rebellisches Verhalten, Anschlußfinanzierung unseres Hauses, Steuererklärung, Haushalt und und und .......
Mein Mann ist mir gerade so garkeine Hilfe. Obwohl die Ausbildung mit ihm abgesprochen war, kann er sich so garnicht (seit einem Jahr nicht) in die Rolle des Mitmachers einfinden.
Mein Mann ist schon gerne ein Mann der sich bedienen lässt. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass er das Bad putzen kann wie kein anderer hier im Haushalt und wenn er die Küche oder die Wäsche macht, dann macht er sie auch. Aber eben nur WENN.
Wenn er keine Unterstützung leisten kann oder vielleicht auch will, dann isr er - gerade in den letzten Wochen - ein schrecklicher Despot, der hier alles und jeden rund macht.
Die Kinder bekommen dann Dinge ab, mit denen ich nicht einverstanden bin und die sie auch so garnicht zu tragen haben. Also mache ich meinen Mund auf, nehme die Kinder in Schutz und aus der Schusslinie - tja und dann bekomme ich es komplett ab.

Zur Zeit ist er mal wieder mit dem Rad unterwegs. Mein Mann meint es ist möglich alle Probleme mit sich selbst auszumachen. MIt Freunden bespricht man keine Probleme und anderweitige Hilfe, pfffff, die brauchts net.

Mit den Jahren bin ich geduldiger und gelassener geworden. Es fällt mir oft recht leicht die Marotten des Hausherrn auszuhalten. Aber dann wenn ich gerade mal selbst keine Kraft dazu habe, dann will ich den Scheiss nicht auch noch hören.
Tja und genau an dem Punkt sind wir hier gerade.
Jetzt versuche ich mir den Kram schön zu reden, das zu machen was hier gemacht werden muss (die Küche habe ich eben dreckig gelassen) und morgen um 6 Uhr auf die Arbeit zu zuckeln um auch noch ein wenig Geld in die Kasse beizusteuern.

Ihr seht ich bin gräsig und schlecht gelaunt. Wahrscheinlich ist mein Bett heute mein bester Freund. Montag geht der alte Mann wieder arbeiten (grins), ich habe Ferien, werde Ballast abwerfen beim Aufräumen und die erste Ferienwoche wahrnehmen (wenn nur nicht der volle Kalender wäre).

Fühlt Euch alle lieb gegrüßt.

Namaste Kirsten


1 Kommentar:

TaSiKa / Tanja hat gesagt…

Liebe Kirsten,
wahrscheinlich ist es bei uns Frauen ein GEN-DEFEKT, das wir es immer allem und jedem Recht machen wollen. Aber auch wir haben das Recht mal NEIN zu sagen, mal alle Viere von sich zu strecken und uns auch einmal eine Auszeit zu gönnen. Ich merke immer wieder, wenn ich gestreßt bin, ist es mein Mann auch und ich bekomm seine schlechte Laune dann auch noch ab. Bin ich aber relaxt, dann ist er es auch und alles funktioniert ganz gut.
Bei uns im Haushalt bin auch ich diejenige, die sich um Haushalt und Wäsche kümmert. Mein Mann dagegen kocht immer. Die Küche räumen wir dann oft gemeinsam auf. Vor Jahren hat mein Mann mal zu mir gesagt, "Wir müßten mal das Bad putzen", am Abend hat er mich dann gefragt "und, haben wir das Bad geputzt?". Ich hab daraufhin nur gesagt, also ich habs nicht geputzt und du? Diese Antwort fand er nicht lustig. Aber es hat ihm ziemlich die Augen geöffnet. Auch hatten wir vor Wochen die Situation, daß er morgens schlecht gelaunt war, weil er kein weißes Hemd gefunden hat, die waren alle in der Wäsche. Ich muß dazu sagen, ich arbeiten Vollzeit in unserer Firma, baue mir nebenbei den Onlineshop auf und am Wochenende verbringen wir die meiste Zeit an unserem "neuen" Haus, welches irgendwann unser Zuhause sein soll. Es bleibt also nicht wirklich viel Zeit. Zum Nähen komme ich überhaupt nicht. Der Sonntag ist dann meist dafür da, die Wäscheberge zu bewältigen, damit es Montags wieder ganz normal weiter gehen kann.
Irgendwann hat es mir dann gereicht, daß er morgens schon schlechte Laune hat, nur weil kein weißes Hemd im Schrank war (ich muß dazu sagen, er hat ungefähr 50 Hemden, in blau, grau, schwarz, braun ...) Also es lag wirklich nur an der Farbe. Als es das nächste Mal soweit war, hab ich dann zu ihm gesagt, Schatz, falls du morgen ein weißes Hemd anziehen möchtest, dann überleg dir doch bitte eine andere Farbe, denn weiß ist aus. Er hat mich ganz verdutzt angeschaut, hat aber ziemlich schnell verstanden worauf ich hinaus will und gelächelt. Okay sagte er, weiß ist aus :-)
Jetzt schreib ich hier einen Roman, das wollte ich doch gar nicht. Ich wollte einfach nur sagen, manchmal muß man nur sagen, was man will, dann paßt das schon. Ich schicke dir ganz viele Drücker. glg Tanja