Inselzauber

Samstag, 3. Mai 2014

Praktikumsbericht

Mein Praktikum ist vorbei. Die Schule hat mich wieder.

Es war eine ereignisreiche Zeit. Angefangen beim ambulanten Pflegedienst habe ich nach 3 Wochen das Handtuch geworfen. Immer wieder gingen mir die Gedanken durch den Kopf "Du bist ein Weichling wenn Du das nicht durch ziehst". Allerdings hatte unsere Lehrerin uns auch immer wieder unterstützt darin unsere Grenzen zu entdecken.

Meine Grenze war erreicht, als ich mehr und mehr gesehen habe, dass dieser Pflegedienst leider so genau den gängigen Klieschees entsprochen hat, die man negativerweise hört.
Veruntreuung von Klientengeldern (vor meinen Augen von einer Kollegin), mangelhafte Pflege von ungelernten Kräften, Zustände in den Pflegehaushalten die man nur schwer aushält, einen Chef der anrufende Klienten auf Lautsprecher stellt und sich mit Zeichensprache über sie lustig macht, und und und.....

Am Ende der ersten 3 Wochen habe ich mir eine neue Stelle gesucht. Ein Pflegeheim in Frankfurt. Und was soll ich Euch sagen: Ich bin glücklich.

Die drei folgenden Wochen waren anstrengend aber sehr sehr schön. Ich weiß wieder was mich zu den alten Menschen hin zieht. Der Erfolg war vorhanden! Kommenden Sonntag fange ich dort eine Stelle als Aushilfe an (ganz offiziell mit Vertrag und allem).

Ich bin auf einer Station mit ausschließlich dementen Menschen (alle Arten der Dement plus Folgeerkrankungen) die bereits alle unterstützende oder volle Pflege brauchen.

Mit Ruhe und Liebe den Menschen zu begegnen, die Pflege behutsam einzubauen in das Miteinander, den Menschen auf seiner Insel besuchen, ihn nicht korrigieren sondern ihm zuhören. All das wird dort praktiziert. Ein Teil der Leitlinien des Hauses sind:

NICHT WERTEN - stattdessen annehmen!
MUT ZUM FLECK!

(Hier gibt es keine Lätzchen für gestandene Menschen, hier wird dann lieber 1x mehr umgezogen)

Das Haus ist ein staatliches Haus, das NICHT gewinnorientiert arbeitet, und das merkt man.

Ich freue mich so sehr auf den Sonntag. Ich freue mich auch, dass ich neue Erkenntnisse mitgenommen habe aus dem Praktikum. Ich freue mich, dass ich endlich einmal meine Grenzen schnell erkannt habe und vorallem das Stopp-Zeichen gesetzt habe. Ich bin ein wenig stolz, dass ich so schnell einen Vetrag bekommen habe (der erste Aushilsvertrag in dem Haus seit 4 Jahren - grins).

Wenn Ihr mehr von dem tollen Haus wissen wollt, könnt ihr mal hier schauen.

Namaste Kirsten


Kommentare:

Die Fadenwirkerin hat gesagt…

Hej Kirsten, ich freue mich sehr für Dich. Toll, das Du Deine Arbeit so magst und auch ein gutes Haus gefunden hast.

LG von Juliane

corazon hat gesagt…

Liebe Kirsten,
ich bin froh, dass du die zweite Praktikumshälfte woanders sein konntest. Der Pflegedienst hörte sich gar nicht gut an. Das Heim gefällt mir gut. Alle Menschen auf den Fotos wirken fröhlich. Die Kaninchen und den Hundebesuch finde ich klasse. Tierkontakt kann so viel bewirken.
Ich freue mich sehr für dich für deinen Aushilfsvertrag. Ganz toll!
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
LG Petra

Heike hat gesagt…

Es ist schön , liebe Kirsten , das du die richtige Stelle gefunden hast und ich bewundere dich , da der Beruf so gar nichts für mich wäre .
Aber es ist gut das es so Menschen wie dich gibt , die da kein Problem mit haben . :)
Liebe Grüsse Heike

Sonja hat gesagt…

Ich finde das, was Du machst, absolut bewundernswert. ALLES!!!

Schön, dass Du eine gute Stelle gefunden hast. Und der Aushilfsvertrag ist einfach klasse! Glückwunsch! *ganz dolle knuddel*

Liebste Grüße,
Sonja

Sonja hat gesagt…

Habe ich den Kommi jetzt weggeklickt, ich dolle Nuss?
Dann noch mal in Kurzfassung:
Ich bewundere Dich und das, was Du da leistest! Und außerdem freue ich mich für Dich wegen des Aushilfsvertrags. So.

Liebste Grüße,
Sonja