Inselzauber

Montag, 10. März 2014

1 Woche Praktikum

liegt bereits hinter mir.

Eine Woche, in der ich mich und meinen Berufswunsch nahezu 24 Stunden in Frage gestellt habe.
Ich habe Messiehaushalte gesehen, eine Frau die 100 Jahre alt ist, demente Klienten, Menschen mit schweren Lähmungen nach Schlaganfällen usw. usw.

Der ambulante Pflegedienst, bei dem ich mein Praktikum mache, arbeitet Mitarbeiterfreundlich. Dort bewegen sich die Kollegen weit ab von dem Stress, den man im Fernsehen und der weiteren Presse sieht.
Allerdings arbeiten dort, wie auch in vielen vielen anderen Pflegebereichen, Mitarbeiter die so rein garnicht aus dem Bereich kommen. Eine ehemalige Securitymitarbeiterin hat mich letzte Woche auf ihre Tour mitgenommen.
Eine bemühte Frau, die sich sicherlich immer wieder für die Klienten interessiert hat, der aber leider die kompletten Grundlagen fehlten um sicher, hygienisch und kompetent zu pflegen.
Das hat mich in der Woche sehr sehr stark zum Nachdenken gebracht.

Seit heute darf ich eine junge, examinierte, Altenpflegerin begleiten, und weiß nun auch wieder warum ich dort bin.
Mit Leidenschaft macht diese 24 Jahre alte Frau die Pflege. Sehr bedacht auf die Würde der Menschen, vorsichtig im Umgang mit den Klienten und unter Einhaltung der unumgänglichen Hygienebedingungen.

Am heutigen Tag durfte ich eine junge Klientin kennen lernen, die mit nur 49 Jahren, durch einen Schlaganfall, schwerst behindert ist.
Ich bin beeindruckt, dass diese Klientin, trotz der Spastiken, trotz der Bettlägerigkeit und trotz dem Verlust der Sprache, noch so einen Lebenswillen zeigt.
Eine Verständigungstafel hilft ihr zu sprechen. Ab morgen hat mir meine Anleiterin nun erlaubt, dass ich die Klientin mit einer basalen Stimulation betreuen darf.
Eingepackt habe ich ein wenig Schafwolle, ein umfilztes Rasselei und ein Herz (Schaumstoff) dass man in der Hand drücken kann.
Vielleicht mag die Klientin mit machen - fühlen - riechen und genießen.
Ich freue mich jedesfalls sehr, denn das ist genau das wo ich einen Sinn in meiner zukünftigen Arbeit sehe.

Ich wünsche Euch von Herzen eine schöne und sonnige Woche. Passt auf Euch auf.

Namaste Kirsten

P.S. Das Pubertier war übrigens nur eine Nacht außer Haus und das letzte Wochenende hat er hier weiter gestänkert.

Kommentare:

die_marie hat gesagt…

Liebe Kirsten,
ich wünsche Dit weiterhin viel Freude und Befriedigung beim Ausüben Deines neuen zukünftigen Berufes.
Es ist schön, dass es Menschen wie Dich gibt, die es als Berufung sehen, sich zu kümmern! Danke dafür!
Liebe Grüße, Christiane

corazon hat gesagt…

Du weißt, ich bin tief beeindruckt von dem, was du tust. Ich bin mir sicher, gerade in deinem Tätigkeitbereich wirst du noch viele Situationen erleben, die dich zweifeln lassen werden. Aber ich finde es toll, wie du dich durchbeißt und nicht aufgibst. Wenn es bei mir mal so weit sein sollte, dann würde ich mir jemanden wie dich wünschen.
Drück dich
Petra

Tanja hat gesagt…

Liebe Kirsten,

da hast du dir wirklich einen ganz besonderen Job ausgesucht. Ich weiss von was ich rede da ich selbst ausgebildete Altenpflegerin bin und jahrelang in der ambulanten Pflege tätig war, bevor mich meine Gesundheit zwang aufzuhören. Aber auch wenn viel schlecht geredet wird finde ich es immer noch als einen der schönsten Jobs überhaupt, auch wenn man dazu "berufen" sein muss. Ich wünsche dir viel Freude und hoffe das du hier deine Aufgabe finden wirst.
Lg Tanja