Inselzauber

Mittwoch, 20. März 2013

EMDR - Fortsetzung

Guten Morgen Ihr Lieben,

endlich möchte ich die EMDR-Sitzungen mal wieder aufschreiben.
Nicht jede Woche kam es zu den Sitzungen. Zwischendurch habe ich auch an den Schulproblemen zu arbeiten gehabt.

Die letzten Szenen die ich Euch geschildert habe betrafen den Komazustand im Krankenhaus.

Irgendwann war der Punkt in sich abgearbeitet. Ich merke das immer recht schnell, denn die Bilder vor meinem inneren Auge verschwinden bzw. verlieren an Bedeutung.
Wir sind dann einen Schritt weiter gegangen und ich kam auf die Momente die nach dem Verlassen der Intensivstation in meinem Sinn waren. Bedeutend erschien mir immer wieder die unbändige Angst vor der Dunkelheit. Eine Schwester stellte mir eine kleine Lampe ins Zimmer, die die ganze Nacht brennen konnte, damit ich überhaupt einschlafen konnte.
Dunkelheit habe ich gleichgesetzt mit dem Koma und diese Ohnmacht und diese Hilflosigkeit mit all den Gedanken musste sich auflösen.
Meine Ärztin und ich haben mit diesen Gedanken wieder das Tapping begonnen.
Stück für Stück hat sich vor meinem inneren Auge der Schrecken dieser Dunkelheit leichter angefühlt. Es hat mich nicht mehr so sehr erdrückt.
Am Ende dieser Stunde bin ich recht leicht heim gegangen und hatte das Gefühl etwas von den negativen Gedanken dort gelassen zu haben.

Heute sind wir dann weiter gegangen in der Erzählung. von der Dunkelheit ab begann dann eigentlich nur wieder der Alltag. Meine Muskulatur funktionierte noch nicht wirklich. Dem Himmel sei Dank bekam ich eine Physiotherapeutin an die Seite, die mich - im wahrsten Sinne des Wortes - wieder auf die Beine gestellt hat.
Knall auf Fall ging es dann weiter.
Aufstehen, laufen, alles sofort wieder alleine machen. Nicht zu vergessen lag ich ja wieder auf der Wöchnerinnen Station. Die Schwestern waren es gewohnt, dass die Frauen sich und ihre Kinder weitestgehend alleine versorgen.
Leider hat mein Kreislauf mir nicht so wirklich gehorcht und meine Muskulatur auch nicht.
Was dann bei den heutigen Gesprächen beim Arzt klar wurde, dass der Alltag wie ein Panzer über mich drüber gerollt ist.
Unfähig Stop zu sagen und gewohnt aus den Tiefen meiner Kindheit, kam ich garnicht auf den Gedanken, dass ich mir Zeit geben muss.
Nur 10 Tage nachdem ich aus dem Koma aufgewacht bin war ich wieder zuhause.
Nicht zu vergessen mit 4 Kindern, einem Mann (der nur 2 Wochen Urlaub hatte), einem Haus, das sich mitten im Bau befand und das ich alleine managen musste und mit meinem Körper der mir nicht wirklich hilfreich war.
Das Geschriebene hört sich bitter an. Ist es aber seit heute nicht mehr.

Mit diesem Text sind wir in das Tapping reingegangen. Ich habe geweint und geweint. Und entgegen aller bisherigen Sorgen wusste ich auf einmal, dass die Menschen um mich herum vielleicht nicht geholfen haben, aber sie haben alle nur das getan was sie konnten. Sie standen auf der anderen Seite, sie standen am Bett mit der Sorge um mich. Und sie haben sicherlich auch nur das getan was sie aushalten konnten. Ihnen ging es ja auf ihre Weise auch schlecht.

Meine Ärztin sagte mir, dass sie mich und meine Tränen in den Arm nehmen könnte. Ich konnte das ablehnen, weil ich wusste, dass ich mich selbst in den Arm nehmen muss.
Die große Kirsten von heute nimmt die kleine Kirsten von vor 8 Jahren in den Arm. Die große Kirsten ermöglicht es mir zu sehen, dass es damals nicht bearbeitet werden konnte was das passiert ist. Die große Kirsten von heute weiß, dass sie weinen darf, dass sie trauern darf.
Und die große Kirsten, ich, weiß, dass ich heute für mich sorgen will und auf mich aufpassen will.

Völlig erschöpft bin ich heute aus der Stunde raus gegangen. Und doch fühle ich mich ausgesprochen gut. So gut, dass ich es Euch sofort aufschreiben konnte.

Heute bin ich sicher, dass ich meine Panik besiegen kann. Nicht besiegen in dem ich sie klein kriege. Nein!
Besiegen, in dem ich mit ihr Frieden schließe.
Die Panik hat mir aufgezeigt, dass es etwas in meinem Leben gibt was bearbeitet werden will. Die Geburt war die schwerste Prüfung in meinem Leben. "Ich selbst sein" konnte ich noch nie in meinem Leben.

DAS ÄNDERT SICH JETZT!!!!

Ich heule schon wieder - aber nur vor Erleichterung, weil ich mich freier fühle.

Seid Ihr alle auch Ihr selbst und seid Euch Eures Wertes bewusst. Für mich seid Ihr alle wertvoll.

Liebe Grüße und Namaste

Kirsten

Kommentare:

*Smukke Ting* hat gesagt…

Mensch Kirsten! Da stehen mir jetzt auch Tränen in den Augen, nachdem ich Deinen Post gelesen habe.

Ganz liebe Grüße an Dich, Birgit

schöngeist for two hat gesagt…

wie schwer das alles ist und die Erleichertung so weit jetzt zu sein wie du, kann ich nach vollziehen liebe Kerstin ich habe Jahre lang so was gemacht.. und heute gehst mir viel viel Besser!
Es ist nochmals erleben wie das ist mit all den Gefühlen!
Aber ich finds toll dass du es aufschreibst nochmal das tat ich auch...nochmal seine Gedanken und Gefühle was man so in dieser Therapiesitzung fand!
Mach weiter so, viel Mut und Kraft!
Liebe Umarmung unbekannter weise wenn ich darf!

Lieben Gruss Elke

corazon hat gesagt…

Irgendwie merkt man schon beim Lesen, wie es dir leichter wird. Ich freu mich so sehr, dass du für dich diesen Weg finden konntest. Ich denke dann manchmal, vielleicht finde auch ich irgendwann einen Weg. Vielen Dank fürs Teilen deiner Erfahrungen.
Drück dich,
Petra

Sonja hat gesagt…

Oh Mann, jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass ich die Post zu Dir auf die Reise schicke ...
Fürs Erste fühle Dich einfach nur gedrückt! Und mach so weiter!! Ich kann nur immer wieder sagen, dass Du ein großartiger Mensch bist. Ich bewundere Dich für das, was Du leistest!!!

Ich denke an Dich,
Sonja