Inselzauber

Mittwoch, 2. Januar 2013

Billiger Billiger

Krümel-Sohn und Sonnenschein-Sohn bekommen jeden Mittwoch 1 Euro Taschengeld.
Sollten die Wünsche nicht zu absurd sein, lasse ich sie damit machen was sie wollen. Seit einigen Wochen sparen beide emsig und als das Portemonaie immer dicker wurde kam dann doch der Gedanke was jetzt mal wieder auszugeben wäre.
Sonnenschein-Sohn überzeugte mich dass er zum Discounter an die Ecke geht und sich etwas kauft. Voller Stolz kam er mit einer Treppenspirale wieder. Eine, die so wunderbar die Treppen runter läuft aber die sich leider auch so schnell verheddert.
Einmal lies sich das Ding noch entheddern und dann gab es nach wenigem Nutzen seinen Geist auf. Sonnenschein-Sohn hat so geweint. Er war traurig und wütend zugleich. Er wollte das Teil zurückbringen und es war mir nur schwer möglich ihm klar zu machen, dass er das Teilchen gehimmelt hat. Das Geschäft hätte das so nie zurück genommen.
Zwischenzeitlich hatte sich der Krümel-Sohn die gleiche Spirale gekauft. Auch bei ihm verdrehte sich die Spirale schneller als ihm lieb war.
Er bekam die Tränen seines Bruders mit und beobachtete ganz genau.
Kurze Zeit später kam er runter und fluchte wie ein Rohrspatz. Was für ein dummes Teil das sei, das er das nun sofort zurückbringen würde und wie sauer er sei.

Mir fiel es so schwer meinen Söhnen das Geld nicht zurück zu geben. Ich musste im Sinne der Eigenerfahrung den Mund halten und durfte nur trösten. Innerlich bin ich bald gestorben, weil es mir ebenfalls so weh getan hat wie sich mein Sonnenschein-Sohn (und dann auch sein Bruder) damit schwer getan haben.

Alles Fluchen und alles Wettern half jedoch nicht, seinen Zwillingsbruder wieder zum Lachen zu bringen. Und dabei war es doch so offenkundig, dass der Kleinere dem Größeren zeigen wollte dass sie beide Leidensgennossen sind.

Irgendwann hatte sich Krümelsohn dann so reingesteigert dass er wieder die Treppen hoch getrampelt ist. Kurze Zeit später flog die zerknäulte Spirale am Treppengeländer runter.
An ihr klebte ein Zettel:






Ich kam aus dem Lachen kaum noch raus. So ein schlauer junger Mann.
Allerdings verschlug es mir schnell die Sprache. Ich habe gelesen "zu verkaufen 1 Euro", und dachte mir der junge Herr will nur sein Geld wieder haben was er "verloren" hat.
Nee, auf dem Zettel steht 170 Euro!!!!!!
Auf die Nachfrage hin warum er soviel Geld haben will und ob es sich um ein besonderes Kunstwerk handele sagte mein Krümel-Sohn frech:

"Nee, ich will 170 Euro haben, dann kann ich mir einen i-pod kaufen!"

Dazu fiel mir nichts mehr ein - außer "Dumm ist der nicht"

Liebe Grüße und Namaste
Kirsten

Kommentare:

Zwergenwelt hat gesagt…

liebe Kirsten, da mußte ich nun doch schmunzeln, was sich dein Sohn da überlegt hat. Nein, dumm ist er nicht. Leider fallen Kinder oft auf diesen billigen Plunder herein (Mama auch) , auch unsere Kisten sind voll gewesen mit diesem Kram, sie wollten es damals unbedingt und nach fünf Minuten war es kaputt.
Eine Geschichte: in Rom erquengelten sie sich Micky Mouse-Papierfiguren, die angeblich vor einem Radio frei in der Luft herumtanzten, keiner konnte es sich erklären, wie das gehen sollte, noch heute ist mir der Trick schleierhaft.
Die afrikanischen Verkäufer versichteren, man bräuchte nur ein Kofferradio..
Also die Figuren aus Pappe teuer gekauft, zuhause das Radio installiert, natürlich fielen die Figuren herunter, wie sollten sie auch frei in der Luft schweben.
Was haben unsere Kinder geweint. Noch heute bin ich auf den Schwindel so sauer, hätte es auch besser wissen müssen... und dennoch frage ich ich noch heute, wie das funktionierte....
jedefalls hilft es den kindern, echt von unecht, billig von wertvoll zu unterscheiden..
Euch nun ein gutes und schönes gesundes neues Jahr, mit lieben Grüßen cornelia

Heike hat gesagt…

Schlaues Kerlchen . Manchmal wird einem auch wirklich der letzte Plunder angedreht . Man muss heute so aufpassen . Noch alles Gute für 2013 und liebe Grüsse Heike

Marita hat gesagt…

Ich kann Cornelia nur zustimmen. Ich denke solche Erfahrungen müssen sie auch machen um beim nächsten mal folgendermassen zu verfahren, erst Hirn ein und dann Geldbeutel auf. Sie sollen ja Eigenverantwortlich handeln lernen und dazu gehören auch Erfahrungswerte wie diese.
Mein älterer Sohn gehörte auch als Kind zur Kategorie Geld muß arbeiten, er hat auch öfter lernen müssen ;-)
Aber Du hast gut reagiert, auch wenn einem das Herz blutet, weil die Kids sooo traurig sind, was sie mal gelernt haben, haben sie gelernt :-), das vergessen sie auch so schnell nicht.

Viele liebe Grüße
Marita

Anna Purna hat gesagt…

Ich hatte auch nur 1 Eur gelesen. Aber ein ipod ist natürlich was viel Stabileres. :-)

Liebe Grüße
Anna

Kirstin Wrage hat gesagt…

Hihihi, Liebelein, das war auch mein erster Gedanke :D

Ich freu mich mit dir. Mein großes Pupertier treibt mich gerade zum Wahnsinn.

Fühl dich ganz lieb gedrückt und geherzt,
deine Kirstin

corazon hat gesagt…

Lach mich schlapp.....seine Erfahrungen muß eben jeder selber machen.
Liebe Grüße zu dir
Petra,
die grad Tee trinkt *zwinker*

Sabine hat gesagt…

Hallo Kirsten,
so eine schöne Geschichte von deinen Söhnen - ich mußte so schmunzeln...
KLASSE!
Du machst es schon richtig
Liebe Grüße & alles Gute für 2013
von Sabine