Inselzauber

Montag, 21. Januar 2013

Arbeitslos werde ich sicherlich nicht so schnell

Schon garnicht nachdem ich die Diagnose unserer Logopädin bekommen habe.
Vor Jahren hat unser Sonnenschein Sohn schon einmal gestottert.
Damals haben wir das von ihr anschauen lassen. Es hieß dass dieses Stottern in diesem Alter vorkommen kann und sich "verwächst".
Das Stottern ging wieder.
Allerdings kam es vor gut 1/2 Jahr wieder. Just zu dem Zeitpunkt als sich die Wende in Sonnenschein-Sohns Leben gezeigt hat. Die geliebte erste Klassenlehrerin hat die Schule verlassen.
Scheinbar hat dieser Wechsel versteckte Wunden wieder aufgerissen.
Als es Überhand nahm sind wir also wieder zur Logopädin gegangen.
In diversen Spielen u.ä. fand sie Anteile von stottern. Allerdings hat Sonnenschein-Sohn sich so sehr zusammen gerissen und so sicher bei der Logopädin gefühlt dass sich anfangs keine starken Stotterer zeigten.
Die Logopädin, ein langjähriger Profi - und ein Schatz, hat nicht aufgegeben. Stück für Stück stellte sich raus, dass unser Sohn Anzeichen einer Auditiven Wahrnehmungsstörung zeigt.
Gründe hierfür sind wohl wenig erforscht. Vererbung, die Frühgeburt oder oder oder. alles können Gründe sein.
Es ist müßig darüber zu spekulieren. Wichtig ist nur eine schnelle Förderung, denn die Folgen können eine Lese-Rechtschreibschwäche u.a. zu sein.
Sonnenschein-Sohn ist nicht in der Lage die Hör-Verarbeitungsarbeit-Arbeit richtig zu erfüllen. Dikate sind nur schwer zu schreiben, denn das erste Wort ist weg wenn er sich mit dem letzten beschäftigt. Er kann nicht filtern welche Dinge wichtig sind, wenn die Umgebungsgeräusche zu stark sind.
Aus meinem Gefühl heraus habe ich dem jungen Herrn (bei den Hausis) die Micky Maus vom alten Mann aufgezogen. Das ist ein schallisolierter Kopfhörer den mein Mann beim Stemmen mit der Bohrmaschine gebraucht hatte.
Seit einer Woche macht mein Sohnemann Hausaufgaben in der Schnelligkeit in der kaum noch zu toppen ist. Es bedarf nur weniger Hilfestellungen um sich zu konzentrieren. Ich bin so begeistert. Schon gerade um meinem Sohn zu verdeutlichen was er alles kann und woran wir arbeiten müssen, damit er in der Schule nicht ständig leidet.
Seine neue Lehrerin ist sehr bemüht, aber leider auch überfordert mit den Eigenheiten aller Kinder. Ich habe vor Weihnachten hospitieren müssen und das Ergebnis war sicher nicht im Sinne der Lehrerin. Sie tut sich schwer im Lösen von Streit und vergleicht laut ein Kind mit dem anderen. Die Stimmung ist häufig gereizt und schlecht.
Da es nichts hilft darüber zu lamentieren, testen wir jetzt Dinge die unserem Sohn weiter helfen können. Wenn dann alle Test abgeschlossen sind, werden wir mit der Lehrerin sprechen. Wir melden ihr die positiven die wir erfahren haben und werden sie dann bitten auf der Schiene mit zu fahren. Im Klartext heißt das z.B. dass sie unseren Sohn ganz vorne hin setzt, dass sie ihm erlaubt Ohrstöpsel bei der Stillarbeit zu tragen u.ä.
Unser Sonnenschein-Sohn ist clever und selbst sehr glücklich über die positiven Erfahrungen der letzten Woche. So erhoffe ich mich seine Bereitschaft zur Mitarbeit. Sicherlich macht ihm das dann um einiges leichter.
Hach Mädels, langweilig wirds mir wirklich nicht.
Aber solange es nichts Schlimmeres ist, denke ich können wir das bewältigen. Immerhin komme ich so zum Stricken, denn ich sitze bei den Hausis dabei und dabei und dabei....... (leider bleibt das Spinnen, Nähen, Basteln auf der Strecke).

Macht Euch einen kuscheligen Abend. Ich habe eine Verabredung mit meinem Bett und mit "Lecker Kerlchen". Damit ist "Der letzte Bulle" gemeint, der heute Abend mit neuen Folgen startet. Ich sabbere zwar nicht vor dem Fernsehen aber ich freue mich schon riesig.

Drücke Euch.

Namaste Kirsten

Kommentare:

Kullerbü hat gesagt…

Hallo,
ich fand deinen Post interessant. Bei meinem Sohn ist es ähnlich, er hat u.a. wahrscheinlich eine visuelle Verarbeitungsstörung, das wird derzeit noch ausgetestet. Leider hat bei uns schon alles schwerwiegendere Folgen...
Meist steckt ja schon ein langer Leidensweg dahinter, ehe so etwas dann mal diagnostiziert wird.
Und Lehrer sind auf sowas gar nicht eingestellt.
Da drücke ich euch die Daumen, dass das alles gut wird!
Viele liebe Grüße von Ann

Kullerbü hat gesagt…

Hm, ist mein Kommentar jetzt verschwunden? Gucke später nochmal und sonst muss ich es nochmals wiederholen...

Muschelsucher hat gesagt…

AVWS ist leider nicht greifbar und immer wieder sehr schwer Lehrern zu vermitteln, wieso, die hören doch alles...

Ich habe zwei AVWS Kinder in Schulen. Hilfreich waren bei uns Stellungnahmen eines Kinderphoniaters, der auch noch Prof. ist. Das sah gut aus. Sagte zwar das gleiche, was ich auch gesagt habe, aber wirkte besser.

Unsere Kinder werden auch vom mobilen Dienst Hören (auf meine Initiative) begleitet, die dann auch die Nachteilsausgleiche (Einzeldiktat) und Förderstunden für uns durchgesetzt hat.

Das gibt dem ganzen noch mehr Gewicht, weil meine stillen AVWS Kinder sonst neben denen, die sichtbarere Beeinträchtungen haben, einfach untergehen würden.

Liebe Grüße