Inselzauber

Sonntag, 9. Dezember 2012

EMDR und die Folgen

Hallo Ihr Lieben,
nun möchte ich Euch doch mal wieder auf den neuesten Stand meiner EMDR Sitzungen bringen.
Fleissig arbeiten wir - einmal in der Woche - an der Aufarbeitung mit EMDR.
Seit gut 4 Wochen stehen wir jede Sitzung an der Geburt. Die negative Kognition ist mit dem Wort "Kontrollverlust" abgekürzt und die positive Kognition ist die Aussage "Ich habe überlebt".
Die Worte habe ich mit meiner Therapeutin erarbeitet als wir über die Situationen gesprochen haben und wir feststellten was "hängen" bleibt wenn man darüber spricht.

Nun gut, mit diesen beiden Wörtern gehen wir und die Tapping Einheit. Ich bevorzuge noch immer meine beiden Hände zum Klopfen.
In einer Stunde war in meinem Kopf der OP zu sehen, in der nachfolgenen Stunde wurde es nach dem OP Bild grau, anschließend vor meinem inneren Auge weiss. Seit dem Tag ist es leer in meinem Kopf. Ob es Verdrängung ist oder was es sonst ist muss sich erst raus stellen.
Vergangenen Mittwoch empfand ich mit den geschlossenen Augen um mich herum plötzlich eine kuschelige Wärme - wie wenn ich in meinem Kissen liege. Sicherheit - Ruhe - Gelassenheit - völlige Entspannung.
Diese Bilder kamen alle während des Klopfens.
Es waren gute Biilder, die ich mir in das Heute und Jetzt mitnehmen soll. Wenn mich etwas Negatives wie meine Angst antrickert, dann kann ich mich die Ruhe nehmen die ich während der Sitzung in meinem Kopf hatte - also kann ich mich in mein Bett zurück ziehen.

Tja und genau heute morgen ist so eine Situation passiert.

Gestern vormittag kam ich zu einem Autounfall dazu. Ein alter Mann (seine Frau als Beifahrerin) fuhr bei dem Schnee leider zu schnell, verlor die Kontrolle über seinen Wagen und fuhr einer jungen Frau in ihren Pkw rein.
Die junge Frau zeigte alle Anzeichen eines Schleudertraumas und einer Gehirnerschütterung sowie einigen Prellungen.
Der alte Mann hatte leichte Blutungen am Kopf aber einen Schock und seine Frau hatte Thoraxschmerzen von dem Gurt der sie zurückgezogen hat.
Auch wenn die Autos kaputt waren, kamen doch alle Beteiligten raus aus den Autos. Viele Helfer waren kompetent vor Ort und es wurde Hand in Hand gearbeitet.
Warum schreibe ich das so detailliert auf? Weil ich Euch zeigen will, dass die Situation kontrolliert und sicher ablief. Gestern habe ich das auch so erlebt. Wenn man hilft, schaltet man in der Regel das Hirn aus und spult Wissen ab.
Heute morgen erzählte ich das meinem Sohn (er macht ja gerade den Führerschein) und mitten im Gespräch kam die Angst.
Der alte Mann hat es mir sofort angesehen und mir angeboten mich hoch in mein Bett zu begleiten.

Und dann ist das passiert was ich mir bis dato nie vorstellen konnte: Ich habe die Angst annehmen können. Intuitiv habe ich den ruhenden Pol (in Form meines Kissens) gefunden und die Angst ging nach einer Zeit wieder weg.
Mir wurde klar, dass meine Angst etwas mit meinem Nahtod Erlebnis zu tun haben muss und sich der Tricker durch den Unfall gestern wieder angesteuert gefühlt haben muss.
Aber, bisher verliefen die Panikattacken über mehr als einen Tag. Im schlimmsten Fall auch schon mal eine Woche - mit nur kurzen Unterbrechungen.
Heute nicht!

Noch kann ich es nicht beurteilen - aber wenn das die Folge der EMDR Sitzungen ist, dann kommen wir weiter.
Ja, ich bin noch immer platt nach einer Attacke und ja, der Tag läuft heute ruhiger.  Jedoch kein Vergleich zu den Erlebnissen vorher. Eingekuschelt in ein wunderschönes Tuch sitze ich auf meiner Bank und kann Euch das alles zumindest direkt aufschreiben.

Und auch heute schreibe ich das wieder auf um denen die auch davon betroffen sind Mut zu machen. Es gibt vielleicht doch Möglichkeiten mit den Panikattacken umgehen zu können.
Das gute Gefühl schicke ich heute raus an Euch und wünsche Euch einen schönen restlichen 2.Advent.

Liebe Grüße und Namaste

Kirsten

Kommentare:

die_marie hat gesagt…

Danke!

Nula hat gesagt…

Liebe Kirsten,

das hört sich doch sehr nach
auf dem Weg sein an. Und die Angst annehmen können, ist sicher ein wichtiger Schritt, vor allem, wenn es nicht über so lange Zeit geht, wie sonst immer.

Die Pubertieren macht mir gerade ein wenig Sorgen, sie bekommt plötzlich auch Angst, die schwer definierbar ist und sehr viel Nähe von mir braucht.

Liebe Grüße
und viel Kraft für deine Weg

Nula

Sonja hat gesagt…

Liebe Kirsten,
Du weißt ja, dass ich diesen DEINEN Weg anfangs zwar skeptisch, jetzt jedoch sehr interessiert verfolge. Nun sitze ich hier wieder mit Tränen in den Augen und bewundere Dich und Deine wunderbare Familie (Deinen Mann!). Auch wenn sich das kitschig anhören mag, aber Ihr berührt mein Herz. ♥♥♥

Alles Liebe und DANKE für diesen Post,
Sonja

corazon hat gesagt…

Ich bewundere dich für diese Form der Aufarbeitung. Ich glaube nicht, dass ich damit klar käme. Ich bin meist viel zu rational, traue meinem Gefühl meist nicht und handle fast immer nach Kopf. Daher stolpere ich so oft über mich selbst. Zur Zeit geht es mir aber weiterhin ganz gut.
Mach weiter, ich glaube, du hast deinen Weg gefunden.
Liebe Grüße
Petra