Inselzauber

Freitag, 9. November 2012

Gesponnenes

So Ihr Lieben,

danke für Eure Geduld. Gestern war es nicht mehr möglich zu posten.

Wie kam es zu den 2 kg gesponnener Wolle?
Vergangenen Sonntag habe ich solche Lust verspürt zu spinnen. Sich bei meiner Rasselbande frei zu nehmen ist nicht ganz einfach, aber an dem Tag waren alle mit sich selbst zufrieden. Wir waren  gemeinsam im Wohnzimmer. Die Kinder haben gespielt, mein Mann hat sein PC Spiel genossen und ich konnte spinnen. Zwischendurch haben wir gegessen und dann wieder gespielt bzw. gesponnen. Die Kinder haben meine Ruhe gemerkt, zum Teil fasziniert meiner Arbeit zugeschaut und mir alles erzählt was ihnen so auf dem Herzen lag.

Nachts um halb eins hatte ich das erste Kilo versponnen.

Kurze Zeit hatte ich den Anspruch eine möglichst gleichmäßige Wolle zu spinnen. Juliane gab mir auch hier wieder wertvolle Tipps, dass ich den Kammzug lockern und eventuell teilen können. Das teilen war genau meines. Innerhalb weniger Meter gefiel mir alles an dem Garn. Ein wenig fest, ein wenig locker, ein wenig dick, ein wenig dünn, etwas von allem  - und wunderschön.
Ich habe mich in der Wolle wieder gefunden und mich gefragt wenn ich das Unregelmäßige schön finde, könnte ich doch ein wenig freundlicher mit mir umgehen.
Könnten meine eigenen Unregelmäßigkeiten vielleicht schön sein???
Meine Gedanken waren positiv und völlig gelassen. Daher war die Zeit am Spinnrad meditativ.


 Jetzt wusste ich auch warum mich genau dieses Spinnrad gefunden hat. Jede Spule fasst 1 kg Wolle, genial, was?
Miteinander verzwirnt sah das dann so aus.


Nach dem Verzwirnen habe ich die Wolle noch einmal kalt gewaschen. Mittlerweile sind alle fast trocken und ich habe schon die nächsten 2 kg des gleichen Kammzugs hier liegen. Weitere 2 kg sind unterwegs. Pro Kilo habe ich eine Lauflänge von 455 m und 439 m. Recht ähnlich oder?

In meinen Gedanken entsteht ein Projekt dass mich wärmen wird. Irgendeine Jacke. Wie sie aussehen wird weiß ich noch nicht. Den Gedanken etwas von Anfang bis Ende selbst gefertigt zu haben beseelt mich irgendwie.
Ich freue mich sehr daran und genieße die Arbeit.

Seit langem geht mir die Schnelligkeit unseres Alltags gegen den Strich. Immer höher, immer weiter, immer besser, immer mehr. Sicherlich ist das ein Teil meiner Überforderung.
Genau das Spinnen arbeitet für mich in die ganz andere Richtung. Es entwickelt sich ein Gedanke von Nachhaltigkeit. Weg von Technologie und der schnelllebigen Zeit. Hin zu Freude am Gedanken einen Werkstoff aus der Natur zu nutzen, zu genießen und zu verarbeiten. Die Arbeit mit der Wolle ist eine ganz andere als die mit Stoff.

Mal sehen ob ich dieses Wochenende weiter spinnen kann.

Euch allen wünsche ich gemütliche Stunden und ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße und Namaste

Kirsten

Kommentare:

Tanja hat gesagt…

Ja, das mit der hektischen Zeit kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich liebe es auch mich auszuklinken und nach meinem Rhytmus zu leben. Das tut so gut.
Und deine Wolle sieht schon supertoll aus. Respekt! Du lernst wirklich schnell.
Inspiriert von deinem Post werde ich mich jetzt mal ebenfalls wieder an mein Rädchen setzen... Da wartet ein so toller Kammzug auf mich.
Dir ein schönes Wochenende.
Lg Tanja

Sandra hat gesagt…

Liebe Kirsten, man "spürt" förmlich deine Ruhe beim Spinnen, wenn du das in diesem Post beschreibst. ich bin ja schon so gespannt, wie nachher das fertige Werk aussieht.
Ein schönes Wochenende wünscht dir
Sandra

Die Fadenwirkerin hat gesagt…

Liebe Kirsten, das Garn ist wirklich schön geworden. Und die Farbe mag ich ja ganz besonders gerne. Grau ist einfach edel.

LG von Juliane