Inselzauber

Donnerstag, 27. September 2012

EMDR

Nachdem ich angefangen habe Euch von EMDR zu erzählen, will ich doch ein wenig fortführen was gerade passiert.
In der ersten EMDR Sitzung haben wir meine (zur Zeit empfundene) 1. Panikattacke besprochen. Sie war in meinen Augen zu den nachfolgende recht harmlos. Damals hatte ich das Gefühl mein Körper ist schwach und mein Kreislauf macht nicht mehr mit. 
Das Vorgespräch beinhaltete die Frage nach dem Empfinden wenn ich an diese Attacke denke. Dann die Frage wie ich mich dabei gefühlt habe und wie ich mich gerne gefühlt hätte.

Da ich mich für die Klopfmethode entschieden hatte, habe ich dann die Augen geschlossen. Meine Gedanken waren fest bei der ersten Situation und meinen Gefühlen dabei.
Meine Therapeutin begann abwechselnd auf meinen rechten und linken Handrücken zu tippen. Nach einer bestimmten Zeit fragte sie mich was nun in meinem Kopf vorgeht. Dieses Procedere haben wir mehrfach wiederholt.
Irgendwann war die Situation aus meinem Kopf weg. In Gedanken war sie schon noch da, aber sie war leicht wie eine Feder geworden.

Ziemlich grübelnd bin ich aus dieser Stunde rausgegangen. Ich hatte mir selbst erklärt, dass die Attacke ja nicht schlimm war und daher konnte auch bei dem Klopfen nichts Dramatisches passieren.

Gestern hatte ich die zweite Sitzung. Thema war dieses Mal die schlimmste Attacke. Das war der Zusammenbruch, der mich letztes Jahr ins Krankenhaus gebracht hatte.
Wir besprachen also die gleichen Fragen: Schlimmster Gedanken, bester Gedanke und dann habe ich die Augen geschlossen.
Allerdings war es mir unmöglich das Kopfkino auszuschalten und mich in dieser schlimmen Situation zu betrachten. Mein kleiner Hund stellte sich in meinen Gedanken immer wieder in mein Bild und stand mittendrin.
Meine Therapeutin sprach mich darauf an und bat mich zu überlegen ob Fussel zwar in Gedanken dabei sein kann, aber ob ich sie unter den Arm nehmen könnte. Das war für mich vorstellbar und beim nächsten Augen schließen konnte ich hinschauen auf das Erlebte.
Immer wieder hat meine Therapeutin geklopft und mich befragt. Beim Befragen (was mit offenen Augen stattfindet) hatte ich das Gefühl in meinem Kopf rennen meine Augen hin und her. Ob ich Euch vermitteln kann wieviel Arbeit das bei mir ausgelöst hat, weiss ich nicht, aber es war enorm.
Es fiel mir schwer mich immer wieder auf das Erlebnis einzulassen.
Zwar verschwand meine Fussel irgendwann in meinen Gedanken und ich habe ein Stück losgelassen von dem Schrecken, aber eben nur ein Stück.
Am Ende der Stunde kam es dann zu dem Tresor-Erlebnis, von dem ich Euch schon geschrieben hatte: Ich habe es, unter Anleitung, geschafft die halb bearbeitete Situation weg zu packen. Sie ist jetzt erst einmal in dem inneren Tresor, von dem ich weiß wo er steht.
Ich habe keinerlei Bedürfnis ihn zu öffnen. Er macht mir keine Angst und die Erlebnisse darin sind gut verwahrt.
Kommende Woche ist Feiertag und ich kann leider nicht zu meiner Therapeutin. Also genieße ich die Ruhephase und werde mich erst eine Woche später wieder damit auseinandersetzen.

Mein Vater meldete mir eben zurück (er wusste von der Sitzung nichts), dass ich gestern nach der Stunde sehr müde und abgespannt ausgesehen hätte. So habe ich mich auch gefühlt.

Dass diese EMDR Methode z.T. medizinisch belegt ist weiss ich. Aber dass sie so stark wirkt hätte ich nie gedacht. Ich bin offen darauf eingegangen als sie mir vorgeschlagen wurde. Mittlerweile denke ich dass hierbei ähnliche Kräfte mobilisiert werden wie bei der Ostheopathie. Seit gestern nenne ich meine Ärztin (liebevoll) meine "Hexe".
Ich bin gespannt was kommt.

Und außerdem muss ich nur noch gute 2 Wochen warten bis ich in meinen diesjährigen Urlaub starten darf. Unser Sohn macht mit einem Kumpel Urlaub, wir nehmen zum ersten Mal nur drei Kinder mit und fahren auf unsere geliebte Insel an die Nordsee. Ich freue mich wie Bolle und kann es kaum erwarten.

Habt Euch alle wohl und macht Euch einen kuscheligen Tag.

Liebe Grüße und Namaste

Kirsten

Kommentare:

Susanne hat gesagt…

Liebe Kirsten, es ist schön, dass du einen weg gefunden hast deine Erlebnisse loszulassen. Ich habe ähnliches hinter mir und kann nur sagen, dass ich schon fast süchtig danach war alles zu verarbeiten. Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg.
LG
Susanne

Sonja hat gesagt…

Oh Mann, das klingt heftig!
Ich gestehe, als ich "Klopfmethode" gelesen habe, war ich etwas skeptisch. Habe ja keinerlei Ahnung davon. Aber wenn ich jetzt lese, was diese Methode bei Dir bewirkt und es Dir dadurch gelingt, loszulassen, dann freue ich mich nur umso mehr für Dich!
Du Süße, mach so weiter! Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute! Du machst das großartig!

Denke an Dich und drück Dich ganz dolle,
Sonja