Inselzauber

Dienstag, 17. April 2012

Die Ostereier

Vor vielen Jahren bei meiner Großtante gelernt und nie wieder anders gemacht:

Unsere Ostereier. Als kleines Mädchen bin ich ins Sauerland gefahren (damals fuhr man schon in ganz jungen Jahren alleine mit dem Zug), nach Altenhundem.
Bei Tante Alice wurde ich verwöhnt, durfte mit den großen Frauen kegeln gehen, habe die besten Bratwurstschnecken der Welt kennen gelernt und habe gelernt besagte Ostereier zu färben. Wochenlang hob Tante Alice Zwiebelschalen auf um sie dann zu einer braunen Brühe zu kochen. Anfangs habe ich dann gegrinst wenn sie die Eier fein säuberlich mit Blumen und Gräsern versehen hat und dann - hihihihi - in Strumpfhosenstücke verpackt hat.
Diese Eier waren so wunderschön und obwohl meine Tante mit den Jahren mehr und mehr Probleme hatte die Fizzelarbeit zu machen, hat sie lange an dieser Tradition festgehalten.
Ich erinnere mich sehr gerne daran und hatte dieses Jahr die nötige Ruhe meinem Krümmel diese Prozedur genaue zu erklären und vorallem mit ihm zu machen.
Die Ziege und der Sonnenschein-Sohn haben Gräser geholt (es sei erwähnt, dass unsere Tochter dazu erst riesige Blüten brachte und auf meine Bitte hin kleinere Blüten zu holen, einen Ausraster der besonderen Sorte bekam - dabei färbt sie seit Jahren mit).
Der Krümmel freute sich, dass wir eine nagelneue Strumpfhose in ihre Einzelteile zerlegt haben. Mit viel Liebe haben wir die Gräser auf die Eier gelegt und jedes Ei sauber verpackt.
Gekocht und glänzend gebuttert haben wir stolz unsere Werke begutachtet.
Als ich, nach dem Färben, die braune Brühe betrachtet hatte, fiel mir etwas ein. Ruckzuck habe ich zwei helle Wollknäule geholt und in den Topf geworfen. Mehr als kaputt gehen können sie nicht, dachte ich mir.
Tja Mädels und dann habe ich an Ostern einfach mal zwei Wollknäule gefärbt. Genug Text, schaut mal so sah das Ergebnis aus:

 Vorne im Bild seht Ihr Wachteleier. Die habe wir zum Ersten Mal gekauft und einfach zum Kochen mit in den Topf geworfen.

Tja und mit der Wolle habe ich dann etwas begonne, was ich mir nicht zugetraut habe.
Ich bin so untalentiert Strickschriften zu verstehen. Ein Teil hängt sicherlich auch damit zusammen, dass mein Kopf so viele Gedanken hat, dass die Konzentration einfach fehlt. Dieses Phänomen begegnet mir täglich so oft und ich fühle mich oberflächlich.
Mit dem Verstehen dieser Strickschrift, die ich dann auch noch auf meine Riesen Füße angepasst habe, habe ich wieder ein Stück von mir bezwungen. Seht selbst:



Ich bin sooooo stolz. Karamellfarbene Socken in dem Muster!

Jetzt wißt Ihr bescheid und ich gehe frühstücken.

Seid lieb gegrüßt und Namaste

Kirsten

Kommentare:

corazon hat gesagt…

So schöne Ostereier hattet ihr. Ich habe das noch nie versucht. Irgendwie ist Ostern nicht so mein Fest.
Den Zwiebelschalensud noch zum Färben zu nutzen war eine tolle Idee. Das werden so schöne Socken......seufz*
Irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich auch mal einen Strang Wolle färbe...:-))

Liebe Grüße
Petra

Sonja hat gesagt…

Die Ostereier sehen toll aus! Zwiebelschalen ... genau. So was hat meine Tochter mal im Kiga gemacht (ist schon eine gefühlte Ewigkeit her *seufz*). Aber die sahen echt klasse aus! Zwar nicht ganz so perfekt wie Eure, aber .. fast! ;0)

Alles Liebe,
Sonja