Inselzauber

Dienstag, 13. März 2012

Ein ganz normaler Tag

Sicherlich reimt Ihr Euch den ein oder anderen Tagesablauf bei uns zuhause zusammen aus den Bruchstücken die ich bisher geschrieben habe. Bei 4 Kids wird es nicht langweilig – versprochen.

Gerne lasse ich Euch mal ein wenig intensiver teilhaben an dem ganz gewöhnlichen Chaos bei uns.

Angefangen hat der Tag schon mit einem netten Ausraster unserer Tochter, die mal wieder nicht aufstehen wollte. Nach langer Ankündigung wusste sie, dass irgendwann 3 Tropfen Wasser sie wecken werden. Heute war es soweit. Der alte Mann hat`s ausprobiert und die Pubertante ist ausgerastet. Halt, wenn Ihr nun denkt was wir für fiese Eltern sind muss ich Euch sagen, dass alle netten Weckversuche gnadenlos scheiterten, weil die Ziege nie aufstehen will.
Anschließend kam der Pubertist (im Moment freiwillig) runter und hielt sich seinen lädierten Arm fest. Den Kerl musste ich gestern aus der Schule abholen, weil er sich beim komischen Aufstehen vom Stuhl den linken Arm so angeschlagen hat, dass der Verdacht auf einen Bruch bestand. Dass ich den Trip zum Krankenhaus mal wieder mit fast allen Kindern vollführen musste sei hier nur nebenbei erwähnt.

Die Ärzte hatten meiner grenzdebilen Hormonbombe gesagt, dass es sich um eine starke Prellung handelt und er den Schmerzverband die kommenden drei Tage anlassen muss. Pfff, hat der Knallkopf den Verband gleich früh abgemacht, woraufhin ich erst einmal mein Arsenal an Verbandsmaterialien auspacken musste, ihn neu verbunden habe und die Anordnung habe fallen lassen, dass er an seinem Arm erst mal nix mehr abmacht. Immerhin leidet er so intensiv, dass ich mir dieses Recht rausgenommen habe.

Wenn Ihr jetzt denkt der Tag sei halb rum, muss ich Euch leider enttäuschen. Wir hatten es erst 6.45 Uhr und die Zwillinge haben noch geschlafen.
Der Ablauf mit den beiden war heute früh gelassen und wir sind zusammen mit unserer Fussel in Richtung Schule marschiert.
Als die Meute weg war, habe ich den bettelnden Hund versorgt, mir selbst mein Frühstück gemacht und dann meinen Haushalt gestemmt.

Essen kochen, Wäsche bügeln, gemeinsam Essen, Hausaufgaben machen und und und.
(Zwischendurch testete der Pubertist die Wirkung seiner Worte. Innerhalb von nur 30 Sekunden kann der Herr seine Meinung so ändern, dass es einem die Socken auszieht. Gelegentlich schleichen sich dann auch Aussagen ein, bei denen er mein Gesicht aufs genaueste begutachtet um meine Reaktion zu testen. Wenn ich gut drauf bin lache ich – es kann aber auch mal sein, dass ich ihm ungeschmeidig antworte wenn er mir etwas vor die Füße knallt.)

Anschließend sind die Twins aufgebrochen zu ihren Freunden. Jeder zu seinem, mit der Auflage mir eine Rückmeldung zu geben wo sie sind. Mein Krümel änderte mal wieder seinen Standort drastisch ohne mir bescheid zu geben. Dieses Mal war die Konsequenz dass er einen Nachmittag nur raus aber nicht weiter als bis zum Spielplatz darf. Tja, das war dann mein Todesurteil. Er tat sich mit seinem Zwillingsbruder zusammen, versprühte das Parfüm seiner großen Schwester (stinkt erbärmlich in diesen Mengen) und weil die beiden selbst bald stinken gegangen sind standen sie kurze Zeit später auf dem Toilettendeckel, hatten das Toilettenfenster offen und schimpften gemeinsam auf mich. Anpfiff, sofortiges ausziehen und Entschuldigung an die Schwester. Und bitte: Das haben die zwei nur gemacht, weil sich mein Krümel so über mich aufregen musste (O-Ton)!

Als dann die Twins im Bett waren, fiel unserer Ziege noch ein, dass sie sich jetzt sofort einen Tee kochen musste:”Der soll bis morgen abkühlen”. Dass sie damit mal wieder ihre Schlafenszeit umgehen wollte, das ist ihr gelinde gesagt Scheiss egal. Die Eltern sind ja selbst schuld, wenn es sie stört. Haben wir der Pubertante doch mehr als einmal gesagt, dass sie gerne mit uns verhandeln kann, wenn ihre Schlafenszeit zu früh ist. Pah, verhandeln ist nur etwas für Weicheier. Tochterkinder regeln das auf die ganz eigene Art und Weise.

Puh, wer glaubt dass hier nun Ruhe eingekehrt ist hat die Rechnung ohne den schwerkranken Pubertisten gemacht. Stellt Euch den Lärm eines Zahnarztbohrers vor und potenziert das einige Male. Der Pubertist hatte seinen Dremelbohrer in der Hand und versuchte ein Brett durchzuschneiden.
Mensch Mutter, hatte ich mir gesagt, sei nicht so uncool, lass ihn sich doch beschäftigen wie er will. Ehrlich Mädels, nach mehr als 45 Minuten Bohrgeräuschen habe ich ihn gefragt ob unser Haus denn nun im Dachgeschoß endlich kaputt sei und er aufhören könne. Ich schlug ihm dann noch vor ihn in Termite umzubenennen und dann war endlich Ruhe.

Tja, und nun ist es viertel nach zehn, ich gehe ins Bett, weil mich morgen genau das gleiche wieder erwartet. Wenn die Ungeheuer mich mit ihrem Charme nicht immer wieder um den Finger wickeln würden, wäre ich schon längst über alle Berge. Und ich hoffe Ihr hättet Verständnis.

Liebe Grüße und Namaste

1 Kommentar:

Die zauberhafte Froschkönigin hat gesagt…

Super zusammengefasst ;)))
Solche Tage kenne ich auch... und dabei habe ich nur die Hälfte von dir!!!!
Hält dich tapfer... ;)))